Wer kennt sie nicht, die vollmundigen Versprechen auf viel Geld in gebrochenem Deutsch oder schlechtem Englisch: Man hat Post von der “Nigeria Connection” bekommen. Millionen Mails täglich werden über riesige Mail-Netzwerke verschickt, mit dem einzigen Ziel, den Empfänger um sein Geld zu erleichtern. Wie funktioniert das Prinzip?
Fakt ist, das es auch nach vielen Jahren scheinbar noch funktioniert und immer wieder Leute auf diesem Betrug hereinfallen, denn es werden jährlich immernoch Millionen-Umsätze mit diesem System erzielt.
Angelockt werden die Opfer mit Mails (früher als Briefpost versandt), in denen eine Erbschaft, ein Lottogewinn oder Schwarzgeld von angeblichen “Angehörigen” in Aussicht gestellt wird, in der Regel Beträge von mehreren Millionen Dollar. “Geschrieben” werden diese Mails meist mit dem Label “wichtig!” oder “urgent”, um Zeitmangel vorzugaukeln und der “Unterzeichner” ist in der Regel ein Bank-Manager oder Anwalt (Nachlaß-Verwalter z.B.).
Reagiert man auf solche eMails, wie es z.B. “Scambaiter” tun, erhält man relativ schnell eine Antwort und auch mehr (gefälschte) Infos. Im Verlauf des Mail-Kontaktes kommt es dann plötzlich zu “unerwarteten” Problemen bei der Abwicklung, die immer damit zu tun haben, das das “Opfer” dazu veranlasst, Geld zu schicken, damit es endlich an seine Millionen kommt.
Sobald Geld tatsächlich angewiesen wurde (In der Regel per Western Union oder MoneyGram), bricht der Kontakt direkt ab. Die paar tausend Dollar reichen den Betrügern, es gibt aber auch Fälle, wo ein Opfer tatsächlich mehrere 10-tausend Dollar angewiesen haben, bis der Betrug erkannt wurde.
Die Leute hinter den eMails sind so geschickt, das ihre Opfer “eingelullt” werden und geht sogar soweit, das Passkopien, Urkunden oder Bankbelege (alle gefälscht natürlich) an die Opfer gesendet werden, um dem Ganzen mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen.
Die Behörden sind in der Regel machtlos, stellen doch diese eMails keinen Straftat-Bestand dar. Auf offizielle Hilfe kann man da also nicht wirklich hoffen und wenn das Geld erstmal weg ist, ist es so gut wie unmöglich, es wieder zu bekommen.
Aber das Internet wehrt sich auf seine ganz eigene Art: Man betrügt einfach die Betrüger, bringt sie dazu, Zeit und auch Geld zu investieren, indem man einen potentielles Opfer mimt. Die “Scambaiter” haben sich darauf spezialisiert, die Ressourcen der Betrüger zu “verbrauchen”, indem sie sie ebenfalls mit einem Betrug von echten Opfern abzuhalten. “Scambaiter” nennen diese Betrüger übrigens liebevoll “Mugu”, was auf Afrikanisch sowas wie “Idiot” heisst. Auf der Seite “scambaiter.info” findet man iele lustige Brief-Wechsel und lässt auch schonmal einen “Mugu” ein Schild mit “DEPP” drauf in die Kamera halten … In Nigeria ist die Art dieser Mails übrigens gesetzlich verboten unter dem Artikel 419, was der “Nigeria Connection” den Nick “419er” eingebracht hat.
Was sollte man mit solchen Mails tun? LÖSCHEN! Abgesehen davon, das diese Mails unendlich viel Traffic im Internet erzeugen, sollte man nicht auch noch seine kostbare Zeit mit dem Lesen des Schunds verbringen. Ich bekomme täglich dutzende dieser Mails auf dem HoneyPot und kenn die schon fast auswendig
.
Zu stoppen wird das wohl niemals sein, aber Aufklärung in jeder Form ist da wichtig, denn auch Presse und TV widmen sich immer öfter der “Nigeria Connection” und deren Derivaten aus Hong Kong, China und Russland.



